Betriebsleiter Markus Fischer berichtet zunächst zum Baufortschritt in den Baulosen.

In Baulos 5.1 werden aktuell die Bestandstrassen geprüft. Werden dabei Mängel festgestellt, erfolgt eine Mangelanzeige an die Firma Lüders. Da Fa. Lüders nicht reagiert, ist beabsichtigt, die Mängelgewährleistungsbürgschaft in Anspruch zu nehmen.

Parallel erfolgt der Bau von Hausanschlüssen und neuen Trassen. Der Bauzeitenplan für die Ausbaustufen 1 und 2 wird bis Anfang 2026 durch den Auftragnehmer aktualisiert. Ziel ist es, von Anfang an Parzellen komplett fertig zu bauen und das Technikgebäude in Damme im Juni 2026 in Betrieb zu nehmen. Herr Fischer betont die aktuell gute Zusammenarbeit mit der Firma Punzel und dem Nachunternehmer Stendaler-Netz-Gesellschaft (SNG).

In Baulos 8.1 gehen die ersten Kunden voraussichtlich im Februar 2026 in die Anschaltung durch Vodafone. Als Projektende ist weiterhin Juni 2026 vorgesehen. Die Querung der Kreisstraße zum POP (Technikgebäude) mit 34 Rohrverbänden hat sehr gut geklappt. Der POP soll im Dezember 2025 mit einer Testphase durch Vodafone in den Teilbetrieb gehen. Insgesamt sind bereits 900 von 980 Hausanschlüssen gebaut.

 

Im Baulos 9 ist das Netz baulich fertiggestellt. Es sind aber noch Hausanschluss- und Glasfasermontagearbeiten erforderlich. 275 Adressen wurden bisher an Vodafone übergeben. Aufgrund des erheblich längeren Bauzeitraumes wurde Schadensersatz gegenüber der Fa. Westenergie Netzservice als Auftragnehmer geltend gemacht. Die Fertigstellung des Bauloses 9 soll nach erneutem Verschieben des Projektendes durch die Westenergie Netzservice nun zum 31.03.2026 erfolgen.

Anhand einer Tabelle wird der aktuelle Ausbaustand aller Baulose dargestellt.

Zur Ausbaustufe 3, der „Graue-Flecken-Förderung“, wird aktuell eine Kostenberechnung durch das Planungsbüro nkn erstellt, die leider erst Ende 2025 vorliegt. Daher sind auch die Zahlen des Wirtschaftsplanes 2026 reine Schätzungen.

Für die laufende Betreiberausschreibung war die Festlegung des Pachtmodells erforderlich. Es wird ein Pachtmodell mit einem fixen Pachtpreis pro Anschluss über die gesamte Vertragslaufzeit angestrebt, um kalkulierbare und dauerhafte Einnahmen zu generieren. Die Einbeziehung einer Inflationsindexierung wird geprüft, da dies im anzuwendenden Mustervertrag der Aconium (Fördermittelgeber) nicht vorgesehen ist. LR Gerdesmeyer betont, dass ein einfaches Modell ohne komplexe Klauseln gewählt werde, um Transparenz zu gewährleisten, und hebt die Vorteile einer festen Pacht hervor. Herr Böckenstette weist darauf hin, dass der Breitbandausbau ausschließlich vom Landkreis kofinanziert wird. Eine Beteiligung der Kommunen erfolgt nicht. Die Ausbaustufe 3 wird daher die letzte Ausbaustufe sein.

Zum Thema Mobilfunk teilt Herr Fischer mit, dass die Breitbandinitiative zusammen mit der aconium GmbH als Auftragnehmer an einer Darstellung der Mobilfunkversorgung im GIS-Format arbeitet.

Ein Funklochmeldesystem für die Bürger und Unternehmen soll integriert werden. Die Daten dienen dazu, auf Augenhöhe mit den Telekommunikationsunternehmen (TKUs) zu kommunizieren und Funklöcher gezielt zu identifizieren. Abbilden lassen sich der Ausbaustand der Sendeanlagen, die Daten aus dem Mobilfunk-Monitoring und die gesammelten Daten der Messwoche sowie professionellen Messungen. Als Beispiel wird der alte Postfunkturm in den Dammer Bergen genannt, der ausschließlich von der Telekom genutzt werde, was dortige Abdeckungslücken anderer Netzbetreiber erklärt. Mit diesen Daten können den Betreibern konkrete und auch umsetzbare Vorschläge für Sendestandorte unterbreitet werden. LR Gerdesmeyer betont, dass die Strategie nicht auf utopische Vorstellungen abzielen dürfe, sondern realistische Schritte umsetzen muss. Er bittet darum, das Thema Mobilfunk künftig als eigenen TOP auf die Tagesordnung zu nehmen.

KTA Spille fragt, ob die Erstellung eigener Mobilfunktürme unter den aktuellen Bedingungen sinnvoll sei, was Herr Fischer verneint, da die Kosten explodiert sind und aktuell keine Förderprogramme zur Verfügung stehen.