Betriebsleiter Markus Fischer führt in das Thema der bundesweiten Mobilfunk-Messwoche im Landkreis Vechta ein und betont, dass die Kampagne intensiv beworben wurde, um möglichst viel Traffic über die Funkloch-App zu erzeugen. Die anonymisierten Daten werden von der BNetzA gesammelt. Die Aconium hat die Daten für den LK Vechta ausgewertet und wird Handlungsempfehlungen liefern. Die Ergebnisse werden auf der Homepage des Landkreises veröffentlicht und in einer Pressemitteilung kommuniziert.

Eike Gutt und Benjamin Beyer von der Aconium präsentieren die Ergebnisse der Messwoche und betonen, dass die Kampagne sehr erfolgreich war, da im Landkreis Vechta 20,9 % der Fläche mit Daten abgedeckt wurden, was besser ist als im Durchschnitt des Landes Niedersachsen (15,7 %). Die Daten zeigen, dass es in bestimmten Gebieten, wie Herrenholz, Barnsdorfer Straße und Damme, Versorgungslücken gibt. Es gibt Diskrepanzen zwischen den Messdaten und dem Monitoring der Bundesnetzagentur (BNetzA), die auf Schönrechnungen der Netzbetreiber hindeuten könnten.

Betriebsleiter Markus Fischer fragt nach der Herkunft der Monitoring-Daten bei der BNetzA und Gutt erklärt, dass diese von den Netzbetreibern berechnet werden, ohne direkte Messungen. Benjamin Beyer fügt hinzu, dass die Bundesnetzagentur stichprobenartig verifiziere, aber immer noch ein Graubereich bestehe. Fischer fragt, ob das 2G-Netz in Zukunft abgestellt werde, und ob dies Auswirkungen auf die 4G- und 5G-Versorgung haben könnte. Herr Beyer bestätigt dies, da sich dann die Frequenzverteilung verändert.

Hartmut Heinen schlägt vor, die Messdaten mit den Monitoring-Daten abzugleichen, um Diskrepanzen zu identifizieren. Fischer plant, die Daten in einem GIS-System sichtbar zu machen, um die Versorgung transparent zu gestalten. Die Breitbandinitiative möchte eine Art Info-Website zum Mobilfunk erstellen. Eike Gutt betont die Notwendigkeit, die Ergebnisse durch professionelle Messungen zu verifizieren, um belastbare Daten für Gespräche mit den Netzbetreibern zu bekommen.

Herr Beyer erläutert, dass die Mobilfunknetzbetreiber bis 2030 mindestens 99,5 % der Fläche mit 50 Mbit und 99% der Haushalte mit 100 Mbit versorgen müssten. Er betont, dass die Mobilfunknetzbetreiber Unterstützung benötigen, um diese Ziele zu erreichen, und dass es zu einem Wettbewerb zwischen Regionen kommen werde.

Herr Goda schlägt vor, der Landkreis Vechta solle einen Antrag an die Bundesnetzagentur stellen, um das Messverfahren zu ändern und praxisnähere Daten zu erheben. Herr Gutt erläutert, dass die Bundesnetzagentur bereits ein Messkonzept veröffentlicht habe, das dritten Anbietern ermögliche, Daten zu erheben, die ins Monitoring einfließen könnten.

Herr Gerdesmeyer betont, dass die Daten der Bundesnetzagentur nicht nur den Landkreis Vechta, sondern auch andere Regionen betreffen. Er schlägt vor, die Bundesnetzagentur mit den Ergebnissen der Bürgermessung zu konfrontieren, um die Versorgungslücken zu dokumentieren.

Die Handlungsempfehlungen umfassen die Integration der vorliegenden Daten in ein zu schaffendes GIS-System, die Unterstützung der Netzbetreiber bei Standortsuche und -ausbau sowie das Management von Stakeholdern, um die Mobilfunkversorgung effektiv zu verbessern.

Herr Beyer erläutert, dass die Mobilfunknetzbetreiber selbst nicht die Standorte besitzen, sondern die Tower Companies, die ausgegliedert worden seien. Dies potenziere die Anzahl der Ansprechpartner, mit denen Lösungen gefunden werden müssten.

Das Stakeholder-Management sei ein wichtiger Punkt, an dem gearbeitet werde, und Erfahrungen aus anderen Projekten oder Zusammenarbeiten mit Bundesländern seien hilfreich. Detailfragen zu einzelnen Standorten, wie der Stromanschluss oder der Glasfaseranschluss, seien ebenfalls relevant. Die Anwendung von Mobilfunkstandorten in ländlichen Räumen sei oft schwierig und teuer, weshalb unkonventionelle Lösungen, wie alternative Zuführungen oder erneuerbare Energien, in Betracht gezogen werden müssten.

Die Befahrung und Bemessung der Mobilfunkversorgung sei wichtig, um fundierte Daten für Gespräche mit den Mobilfunknetzbetreibern zur Verfügung zu stellen. Die Messung aller Netztechnologien, einschließlich Latenz- und Datendurchsatz, sei notwendig, um die Funklücken zu identifizieren. Die Integration der Daten in GIS-Systeme könne auch zur Transparenz gegenüber den Bürgern beitragen.

Herr Beyer bedankt sich für die Aufmerksamkeit und steht für Fragen zur Verfügung.

Herr Tobias Gerdesmeyer fragt, ob es sinnvoll sei, das gesamte Kreisgebiet zu messen. Er erwähnt, dass Transparenz gegenüber der Bevölkerung ein Argument sei, aber auch Unmut schüren könne. Evtl. scheint es sinnvoller, sich auf Bereiche zu konzentrieren, in denen bereits ein Handlungsbedarf bestehe, und ob zukünftig auf Türme gesetzt werde, die von mehreren Mobilfunkunternehmen genutzt werden.

Herr Eike Gutt erläutert, dass zukünftig Türme von mehreren Netzbetreibern genutzt werden, um mehr Einnahmen zu erzielen. Er bestätigt, dass andere Firmen, die sich auf die Infrastruktur konzentrieren, die Türme bauen. Bei den Messungen sei es bisher oft so gewesen, dass die Netzbetreiber die Daten nicht anerkannt hätten. Er hofft, dass dies sich ändere, wenn die Daten von der Bundesnetzagentur anerkannt werden. Die Messungen seien wichtig für die Gespräche und die eigene Planung.

Herr Holger Böckenstette fragt, ob die alte Mess-Technik auf dem Dach des Autos noch verwendet wird oder ob inzwischen mit Messgeräten im Inneren des Autos gemessen wird. Herr Beyer antwortet, dass das Ziel sei, von innen zu messen, und dass derzeit Gespräche mit der Bundesnetzagentur zur Konformität der Messungen geführt werden.

Herr Holger Ziefus fragt, ob man auf die steigende Nachfrage vorbereitet sei, insbesondere durch KI und autonome Fahrzeuge. Herr Beyer erläutert, dass die Prognose der Nutzerdaten von Smartphone-Nutzern noch nicht die datengetriebenen Anwendungen in der Landwirtschaft oder KI berücksichtigt. Die Datenmengen könnten sich exponentiell steigern, insbesondere durch 6G. Herr Gutt ergänzt, dass die Grenzen der Mobilfunkversorgung bereits sichtbar seien, insbesondere in ländlichen Räumen.

Herr Walter Goda betont die Bedeutung der Bürgerbeteiligung und die Herausforderung, Funkmaste in Wohngebieten zu errichten. Er berichtet von einer leidvollen Erfahrung, bei der die Bürger einen Funkmast trotz Bedarfs ablehnten. Herr Beyer erläutert, dass Bürgerbeteiligung Teil des Stakeholder-Managements sei und dass es unkonventionelle Lösungen, wie maskierte Standorte, gebe.

Herr Tobias Gerdesmeyer dankt für die Vorstellung und schlägt vor, das Thema in einem konkreten Angebot weiter zu diskutieren. Er betont die Bedeutung, den Standorten die Infrastruktur zu erleichtern. Herr Markus Fischer ergänze, dass die Informationen auf der Website aufbereitet werden und dass fundierte Informationen zur Mobilfunkstrahlung bereitgestellt werden. Er kündigt an, dass das Thema Mobilfunk in der nächsten Sitzung im November konkret behandelt werde